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Schutz der Ausrüstung vor Feuchtigkeit

Posted in Coolpix, Coolpix, DSLR, DSLR von Reiner am 13. Okt. 2006

Elektronische Geräte wie Digitalkameras reagieren äusserst empfindlich auf Feuchtigkeit. Die Probleme müssen nicht zwangsläufig sofort auftreten, sondern können erst einige Zeit danach zum Vorschein kommen.

Was dabei passiert und wie man seine Ausrüstung dagegen schützen kann, versucht der folgende Beitrag ein wenig zu klären…

Was passiert?

Erstens kann sich die Feuchtigkeit auf Linsenoberflächen niederschlagen und die Funktion der Optik beeinträchtigen. Auf Glasoberfläche können sich bei unsachgemäßer (feuchter) Lagerung Pilze bilden, die eine dauernde (und irreversible) Schädigung des Objektivs bewirken können.

Zusätzliche Hinweise zum Thema Pilzbefall gibt es in einem anderen FAQ-Artikel: Wie schützt man Objektive vor Pilzbefall?

Die Feuchtigkeit kann zweitens aber auch auf elektrischen/elektronischen Komponenten kondensieren, und auf Steckverbindern oder Leiterplatten Fehlfunktionen durch Kurzschlüsse und Korrosion verursachen (sofern das Gehäuse nicht absolut wasserdicht ist). Dies muss nicht zwangsläufig sofort passieren, sondern kann möglicherweise auch erst nach Stunden oder Tagen auftreten.

Neben direkter Wettereinwirkung (Regen Schnee etc.) gibt es auch weniger offensichtliche Ursachen für Feuchtigkeitsniederschlag: schnelle Änderungen der Umgebungstemperatur von kalt zu warm, und schnelle Änderungen der Luftfeuchtigkeit. Aber keine Sorge: Diese Effekte treten meist nur bei unvorsichtigem Vorgehen auf, und sind in der Regel an sichtbarer Betauung von Gehäuse- und/oder Glasoberflächen (auch im Inneren von Objektiven) erkennbar.

Wann passiert’s?

Die beschriebenen Risiken treten besonders auf beim Wintersport und auf Reisen in tropische Länder, zudem auch überall dort, wo man sich zwischen klimatisierten und nicht-klimatisierten Räumen hin- und herbewegt. Oft ist auch beim Aufenthalt in Gewächshäusern Vorsicht geboten.

Physikalischer Hintergrund

Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kalte Luft. An kalten Oberflächen kühlt sich warme Luft ab und gibt nun ggf. einen Teil der gespeicherten Feuchtigkeit in Form von Tau ab. Vorsicht ist also immer geboten, wenn man vom Kalten ins Warme wechselt, also im Winter vor draußen nach drinnen (oder in heißen Ländern von einem kühlen, klimatisierten Raum nach draußen!).

Schutzma�nahmen

  • Kamera und Objektive beim Temperaturwechsel vor Betauung schützen. Am besten, man lagert Kamera und Objektive (nur *) während der Reise in luftdicht verschließbaren Behältern oder Plastiktüten mit Zippverschluss. Als Schutz vor eventuellen Feuchtigkeitsresten muss in jeder Tüte / jedem Behälter ein Säckchen Silicagel sein (Silicagel sollte regelmäßig wieder getrocknet werden � einfach ein Paar Minuten bei ca. 80 Grad in den Backofen legen, dann gibt es die aufgenommene Feuchtigkeit wieder ab).
  • Falls diese Schutzmaßnahme nicht praktikabel ist, Kamera und Objektive beim Temperaturwechsel in der Tasche lassen und langsam (mindestens 30 Minuten) akklimatisieren/aufwärmen lassen, bevor man sie wieder verwendet.
  • Kamera und Objektive regelmäßig und gründlich reinigen, damit sich kein Schmutz ablagern kann, der zusammen mit Feuchtigkeit die Basis für Pilzbefall bilden kann.

* Zu Hause sollte man Kamera und Objektive ausserhalb der Verpackung (oder der Tasche) und gut belüftet lagern. Natürlich sollte der Lagerungsort trocken sein, denn auch falsche Lagerung zu Hause kann beginnenden Pilzbefall begünstigen.

Abschliessender Tipp, wenn’s mal doch passiert ist

Wenn die Kamera doch mal feucht/nass geworden ist, so schnell wie möglich die Batterie herauszunehmen und Kamera/Objektiv warm/trocken lagern. Das hält zumindest den Schaden so gering wie möglich. Eine anschliessende Reinigung und Kontrolle der Kamera / des Objektivs in einer Werkstatt wäre sinnvoll.

Verfasser des Artikels: Arjay