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Buchrezension Nikon Capture NX von Dirk Fietz

Posted in Bildbearbeitung, Rezensionen (Bücher/Software) von zappa4ever am 27. Mrz. 2008

Vorwort

Der Nikon-eigene RAW – Konverter Nikon Capture NX musste lange Zeit ohne jegliche Unterstützung durch ergänzende Literatur auskommen. Da das Programm inzwischen sehr mächtig geworden ist, ließ es gerade Einsteiger in den Bereich der digitalen Bildverarbeitung im Regen stehen. Das Warten hat nun mit dem Erscheinen dieses Buches, das sich fast ausschließlich mit der Bearbeitung durch NX befasst, ein Ende

Das Buch ist als Paperback im Verlag Data-Becker unter der Reihe Digital ProLine erschienen und kostet 29,95€ (ISBN 978-3-8158-2642-3)

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Inhalt

1. Technisches Know-How zu den Nikon Bildformaten

2. Kameraeinstellung, Bildübertragung und Organisation

3. Die optimale Arbeitsplatzeinrichtung und Konfiguration

4. Perfekte Bildbearbeitung mit Capture NX

5. Fortgeschrittene Bildbearbeitungstechniken sicher einsetzen

6. Drucken und darstellen

7. Tipps und Tricks für den Workflow

Vorbereitung – (die ersten 3 Kapitel )

Der Einstieg in das Buch beginnt mit einer Erläuterung, warum man das digitale RAW- Format verwenden soll. Dies ist sehr hilfreich und wird in diesem Buch, ebenso wie das oft fehl – interpretierte Histogramm, gut und einfach erklärt.

Im nächsten Kapitel werden sinnvolle Voreinstellungen der Kamera empfohlen. Diese lassen aber trotzdem Platz für Spielraum der persönlichen Vorlieben und sind auch nicht spezifisch auf eine Kamera hin dargestellt.

Das 3. Kapitel befasst sich nun mit der grundsätzlichen Einrichtung des Programms und des Arbeitsplatzes. Hierbei wird unter Anderem auf das große Thema “Farbmanagement” eingegangen. Der Empfehlung, hier grundsätzlich den “aRGB” Farbraum zu verwenden können wir nicht so ganz folgen. Gerade für Einsteiger halten wir die durchgängige Verwendung von sRGB für weniger fehlerbehaftet, gerade was den Austausch der Bilder mit Dritten (Belichter, Internet, Bekannte,..) angeht.

Des Pudels Kern – Die Bildbearbeitung (Kap. 4+5)

Es folgt der eigentliche Kern des Buches, die Erläuterung der einzelnen Bildbearbeitungsfunktionen. Diese werden nachvollziehbar und anschaulich, anhand diverser Beispiele, erklärt. Der Autor empfiehlt hier, die so genannten “Grundlegenden Anpassungen” zu verwenden, was für den Einsteiger sicherlich eine Hilfestellung ist, weil dadurch die Reihenfolge der Bearbeitungen in sinnvoller Art und Weise geführt wird.

Aus unserer Erfahrung heraus sollte jedoch zusätzlich darauf hingewiesen werden, dass dieselben Bearbeitungsschritte, wenn sie über “Neuer Schritt” aufgerufen werden, zuweilen schneller und mit mehr Möglichkeiten zur Beeinflussung zu Werke gehen.

Den U-Points und selektiven Auswahlmöglichkeiten über Auswahlpinsel, Lasso und Verlauf ist, zusammen mit der Stapelverarbeitung, ein eigenes Kapitel gewidmet. Dies ist insgesamt sehr gut gelungen, wobei man auf die doch sehr mächtigen U-Points noch etwas mehr eingehen könnte.

Drucken und Zusammenfassung-(Kap. 6+7)

Es folgen Hinweise zur Druckausgabe, wobei das Thema Farbmanagement etwas stiefmütterlich behandelt wird (Auch auf den vorhandenen Soft-Proof wird nicht eingegangen). Fast schon traditionell bei Data-Becker, erscheinen in diesem Zusammenhang auch weitergehende Hinweise über Passepartouts und das Aufziehen von Bildern. Das letzte Kapitel fasst nun die Kapitel 4 & 5, anhand diverser Beispiele, noch einmal anschaulich zusammen.

Beim Durcharbeiten des Buches finden sich leider doch ein paar sachliche Ungereimtheiten, z.B. vertauschte Bilder. (Eine komplette “Übersicht” geht dem Verlag zu)

Fazit

Das Buch wendet sich eher an den Einsteiger in die digitale Bildverarbeitung mit NX, denn den erfahrenen Bildbearbeiter. Es ist dabei didaktisch gut geschrieben, was vom Layout unterstützt wird. Die Begriffe und Bearbeitungen werden zum allergrößten Teil richtig und ausreichend erklärt. Einige wenige Erklärungen lassen aber Fragen offen und könnten ausführlicher sein, andere sind sehr umfangreich, obwohl sie nur Wenige betreffen (Bsp. 4 Seiten Bildbeispiele für Fisheye-Korrektur).

Es werden praktisch zu allen Funktionen Bild – Beispiele gezeigt. Die dabei durchgeführten „Verbesserungen“ tragen teilweise zu einer starken Verfremdung der Fotos bei und sollten weniger als Anregung, denn als bildhafte Verdeutlichung verstanden werden.