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PrintFIX PRO – Druckerprofilierung

Posted in Farbmanagement, Technik von Reiner am 15. Aug. 2007

“…Die Haut ist blau und der Himmel rot, dabei sah auf dem Monitor noch alles so gut aus….”

Manche Drucker am heimischen Rechner treiben es bunt und selbst hochwertige Exemplare kommen nur zu besten Ergebnissen, wenn man die Kombination Drucker-Tinte-Papier entsprechend profiliert.

In diesem Beitrag stellen wir das Colorimeter “PrintFIX PRO” der Firma Colorvision vor.

Der Trend zum Drucken kleinerer Formate (bis A3) nimmt beständig zu. Während dabei die Kalibrierung des Monitors bei immer mehr Fotografen als selbstverständlich angesehen wird, glauben viele, dass eine Druckerprofilierung nur von Profis benötigt wird. Wer, auch als Amateur, die Farbtreue seiner Ausdrucke nicht dem Zufall überlassen möchte, kommt um eine Profilierung seiner Druckerumgebung nicht umhin.
Abhilfe schaffen sogenannte Colorimeter wie das im Folgenden beschriebene PrintFIX PRO.

PrintFIXPRO Produktbild

Lieferumfang:

  • Colorimeter mit USB Anschluss
  • Kalibrierfuss für das Colorimeter
  • Software CD
  • Schnellstart-Anleitung

Installation:

Die Installation der Software geschieht PC- bzw. MAC-typisch. Es empfiehlt sich, zuerst die Software zu installieren und dann das Gerät an den USB-Port anzuschliessen, damit die Treiberinstallation problemlos ablaufen kann.

Hinweis:

  • Am MAC muss die Installation und die Benutzung durch einen Benutzer mit Administratorrechten geschehen! Ein Benutzer ohne diese Rechte kann keine Messdaten ablegen!
  • Die aktuellste Version der Software kann jeweils bei colorvision (Link am Ende des Berichtes) heruntergeladen werden.

Bedienung:

Die Software führt den Benutzer logisch durch den korrekten Ablauf einer Profilierung. Dies geschieht in einer Form, die landläufig als “Wizard” oder “Assistent” bekannt sein dürfte.

Nach dem Start des Programmes erscheint zunächst mal ein Willkommensbildschirm, welcher dem Benutzer den Ablauf der Profilierung kurz anhand der Schritte erläutert. Danach folgt in mehreren kurzen Schritten die Möglichkeit zur Überprüfung der Druckfunktion (Düsen- Farbtest) und um die bestmögliche Grundeinstellung des Druckers für die kommende Profilierung, sowie für die zukünftig profilierten Ausdrucke zu finden.

Startseite

Hat man mit dem vorangegangenen Schritten die bestmögliche Ausgangseinstellung gefunden, folgt nun die eigentliche Profilierung. Hierzu wählt man zunächst aus vier Farbvorlagen die gewünschte Qualitätsstufe aus. Wir empfehlen für DinA4 die Einstellung “Ziel (hohe Qualität)” mit 225 Farbfeldern und zusätzlich die Vorlage “Erweiterte Grautöne” auszudrucken. Wenn dieses Graustufenprofil in das Farbprofil eingebettet wird, erreicht man eine bessere Durchzeichnung der Graustufen, auch in Farb-Bildern.

Hinweis:

  • Es ist sinnvoll, beide Vorlagen nacheinander auszudrucken und dann mind. eine Stunde (besser mehrere Stunden) liegen zu lassen, da sich die Farben während des Trocknungsprozesses verändern.
  • Die Zielvorlagen befinden sich als TIF Dateien in einem Ordner der Programminstallation. Eine Reihe kleinerer Vorlagen, z.B. für Photodrucker, welche direkt im 10×15 Format drucken, befindet sich ebenfalls darunter. Es ist also durchaus möglich, die Vorlagen selber zu “zerteilen”, um sie dann auf kleinere Medien drucken und anschliessend messen zu können!
  • Die Vorlage sollte möglichst formatfüllend ausgedruckt werden (Ränder auf “0″ setzen, bzw. randlosen Druck aktivieren! ), da sich damit die nachfolgende Messung der Farbfelder deutlich vereinfacht.

Kalibiervorlage (Ziel) “hohe Qualität” Kalibriervorlage (Ziel) “erweiterte Grautöne”

Sind die Zielvorlagen gedruckt und genügend getrocknet, kann man nun zur folgenden Seite weitergehen auf welcher das Colorimeter eine Weiß-Kalibrierung durchführt. Dazu wird es auf den Ablage-/Kalibrierfuß gesetzt und die Kalibrierung gestartet.

Hinweis:

  • Das Programm kann zwischendurch geschlossen werden und man kann beim Neustart einfach zu der gewünschten Seite durchklicken. Es muss nur sichergestellt sein, dass auf der vorangegangenen Seite das Ziel gewählt wurde, welches im folgenden Schritt gemessen werden soll!

Colorimeter Kalibrierung

Ist die Kalibrierung beendet (der Vorgang dauert nur wenige Sekunden), kann man auf der nächsten Seite einen Namen für die Messdaten vergeben und danach mit der Messung beginnen.

Diese Seite hat eine Mehrfachfunktion, sie dient zum Einen der Messung neuer Profile, man kann aber auch alte Profile wieder aufrufen und überprüfen bzw. erneut messen. Weiterhin dient sie zur Vorbereitung eines Farbprofiles mit eingebettetem, erweiterten Grautonprofil.

Hinweis:

  • Es empfiehlt sich schon hier (Und auch später beim erzeugen des eigentlichen Profiles) sehr eindeutige Namen zu vergeben, damit die Zuordnungen eindeutig sind!

Messung der Ziele

Die eigentliche Messung geschieht auf einer Seite, welche denselben Aufbau wie die zuvor gedruckte Zielvorlage hat. Ein rotes Dreieck markiert die aktuell zu messende Farbfläche. Auf diese setzt man das Colorimeter auf und drückt auf die Oberseite des Colorimeters (Oder alternativ auf die Return Taste).

Hinweis:

  • Die Positionierung auf der Messfläche muss sehr genau geschehen. Es dürfen keine weissen Zwischenräume mit gemessen werden! Siehe auch den Hinweis zur Erstellung der Vorlagen bzgl. randlosem Druck.
  • Die Zielvorlage sollte auf hellem Untergrund liegen (ggf. ein paar Blätter Druckerpapier darunter legen) andere Untergründe können die Messergebnisse verfälschen!
  • Zur Messung am besten eine bequeme Sitzposition suchen, die deutlich tiefer als die normale Sitzhöhe an einem Schreibtisch sein sollte. Das folgende Bild wurde während einer Messung, auf einem der im Nikonpoint organisierten Farbmanagment Workshops aufgenommen.

PrintFIX PRO im Einsatz

Sobald die Messung der Farbe beendet ist (<1sec), ertönt ein kurzes Signal und man kann das nächste Feld messen. Das ganze Messverfahren läuft zeilenweise von links nach rechts ab (Im folgenden Bild soll gerade Feld C2 gemessen werden). Am Ende jeder Zeile ertönt ein weiteres Signal, was sehr hilfreich ist um nach jeder Zeile die Info zu bekommen, dass man vermutlich kein Feld übersprungen, oder doppelt gemessen hat.

Am Ende dieser Messung geht es entweder weiter zur Erstellung des eigentlichen Profiles, oder man springt drei Seiten zurück und beginnt die Messung der erweiterten Grautöne.

Die Messung der beschriebenen Ziele “hohe Qualität” und “erweitere Grauwerte” dauert , je nach Geduld und Erfahrung, jeweils ca. 10-15 Minuten. In Summe kommt so mit Probeausdrucken und zwei Messungen (Farbvorlage, erweiterte Grauvorlage) eine Zeit von mind. 45 Minuten für den”praktischen Teil” der Profilierung zusammen.

Hinweis:

  • Diese Messung kann jederzeit unterbrochen und nach Programmneustart wieder fortgesetzt werden. Ebenso können einzelne Felder erneut gemessen werden. Dazu kann man mit den Cursortasten das rote Dreieck auf das zu messende Feld setzen.

225_Feld_Ziel

Sind die Messungen erledigt, kommt es nun darauf an, ob man nur das Farbprofil erstellen möchte, oder ob ein Grauwerteprofil eingebettet werden soll.

Möchte man direkt das soeben gemessene Farbprofil erzeugen, kann nun sofort zur nächsten Seite gesprungen werden.

Soll ein früher gemessenes Farbprofil erzeugt, oder ein Farb- und ein Grauprofil zusammengeführt werden, muss man auf der aktuellen Seite den unteren Dialog aktivieren. Dort wählt man dann das gewünschte Farb-, sowie ggf. das dazugehörige Grauprofil aus.

Farb- und erweitertes Grauziel zusammenfassen

Nun folgt der letzte Schritt. Hier wird der zukünftige Name des Profiles vergeben und es können über einen aktivierbaren Dialog noch Korrekturen am Profil vorgenommen werden. Letzteres ist wohl eher für den erfahrenen Benutzer gedacht, kann dann aber sehr hilfreich sein, weil man sich Varianten des Profiles für bestimmte Zwecke (Druck”Styles”) erzeugen kann, welche dann permanent verfügbar sind.

Hinweis:

  • Wir empfehlen einen sehr eindeutigen Namen für das Profil zu vergeben. Am besten eignen sich Kombinationen aus Druckername, Papierbezeichnung und ob z.B. ein Grauprofil beinhaltet ist.

Klickt man nun auf “Weiter”, wird das Profil erzeugt und im Systemordner abgelegt.

Vergabe des Profilnamens Handkorrekturen am Profil

Abschliessend muss man das Profil dem gewünschten Drucker zuordnen, damit es in dessen Treiber- bzw. Druckumgebung aufgerufen werden kann.

Fazit:

Der PrintFIX PRO ist ein unverzichtbares Hilfsmittel für diejenigen, die zuhause farbtreue Ausdrucke erstellen möchten. Insbesondere wenn es darum geht, kritische Farben wie zum Beispiel Hauttöne, oder feinste Details zu reproduzieren.

Besonders wer unter den genannten Bedingungen viele Papiersorten einsetzen möchte, wird um eine Profilierung seiner Druckumgebung nicht umhinkommen.

Über die qualitativen Ergebnisse müssen wir hier nicht weiter berichten, diese sind aus zahlreichen Tests hinreichend bekannt und sehr gut.

Die Bedienersoftware funktioniert insgesamt recht gut, zeigt aber bei der ersten Inbetriebnahme ein paar Schwächen, welche am Ende zwar keinen Einfluss auf das Ergebnis haben, jedoch für gewisse Anfangsschwierigkeiten sorgten.

So gibt es weder bei der Namensvergabe für die Mess- und Profildaten einen Dialog, welcher dem Benutzer die bereits vorhandenen Namen zeigt. Es gibt zwar für diesen Zweck einen Menüpunkt im Kopfzeilenmenü, mit welchem man die entsprechenden Ordner in einem Windows Fenster angezeigt bekommt, aber dieser Dialog ist nicht erreichbar, wenn man im Dialog der jeweiligen Namensvergabe ist. Hier wäre ein etwas “aufgebohrter” Dialog zur Namensvergabe sehr hilfreich.Beide Tester hatten anfänglich Probleme, ein Farbprofil mit eingebettetem Grauprofil zu erzeugen. Wenn man es einmal geschafft hat, sind weitere Profile kein Problem, aber bis dahin waren einige Messungen leider umsonst!

Hier könnte zum Beispiel eine Startseite Abhilfe schaffen, die den Benutzer nach kurzer Abfrage, was man denn tun möchte (Profil messen, altes Profil aufnehmen und bearbeiten, Profil mit Grauprofil zusammenführen), gleich auf die richtige Seite führt und vielleicht sogar den entsprechenden Dialog aktiviert.

Da aber wie gesagt diese Unzulänglichkeiten nach der ersten, erfolgreichen Profilierung vergessen sind, sollten obige Punkte eher als helfende Hinweise für zukünftige Benutzer, sowie als Verbesserungspotential für den Hersteller gesehen werden und stehen einer Empfehlung dieses Gerätes nicht im Wege.

Wir danken essential media München und Colorvision für die Bereitstellung des Gerätes!