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Manieren für den Monitor (Review Spyder2express)

Posted in Farbmanagement, Technik von Donholg am 10. Jun. 2007

Immer dann, wenn ein Foto am Monitor betrachtet wird, ist die richtige Darstellung der Farben ein unterschätztes Problem.

Spätestens, wenn das Foto im Internet gezeigt wird und die Reaktionen der Betrachter von viel zu dunkel oder hell, rot, grün oder blaustichig schwanken, wird klar, dass dem eigenen Monitor endlich Manieren beigebracht werden müssen.

Ein Colorimeter muss her!

Der Spyder2express ist das Einstiegsmodell einer Serie von 3 ColorVision Produkten.
Es ist geeignet zur Kalibrierung von Röhrenmonitoren (CRT), Laptop- und LCD Monitoren.

Spyderbild

Die Installation (mit Windows XP getestet) verläuft sehr unkompliziert:
Den Spyder einfach an einen freien USB-Anschluss anschließen, CD ins Laufwerk einlegen und der Treiber wird rasch installiert und das Gerät ist ohne Neustart sofort einsatzbereit.
Auch die anschließende Installation der Kalibrierungssoftware ist kinderleicht und nach wenigen Minuten kann es losgehen.

Für die peniblen handbuchverliebten Autodidakten hat ColorVision noch ein Benutzerhandbuch im pdf-Format mitinstalliert, auf dem ausführliche Informationen zu jedem Schritt, den die Software durchführt, gegeben werden.

Wenn der Monitor Betriebstemperatur hat (wichtig!), kann es mit der Kalibrierung losgehen.
Ist beim Monitor eine Justierung von Gamma und Farbtemperatur nicht möglich, sollte man ihn auf den Auslieferungszustand zurückstellen, bevor man mit der Prozedur beginnt.

Die Software führt dann schrittweise durch die Kalibrierung:

  1. Bei Röhrenmonitoren wird man zur Einstellung von Helligkeit und Kontrast anhand von Testcharts aufgefordert. (Andernfalls ist folgende Seite empfehlenswert zur Einstellung von Schwarz-, Weißpunkt und Gamma)
  2. Platzierung des Colorimeters auf dem Monitor (Ein Gegengewicht am Kabel sorgt für Stabilität)
  3. Messung der drei Farben Rot ,Grün, Blau und der Grauwerte in jeweils 16 Helligkeitsstufen.
  4. Erstellung des Farbprofils mit der Möglichkeit der vorher/nachher Betrachtung.

Diese führt normalerweise zu einem deutlichen Aha-Effekt beim Betrachter und man sieht seine Bilder im wahrsten Sinne des Wortes in ganz neuem Licht.
Erfahrungsgemäß sind lediglich einige (nicht besonders hochwertige) Laptopbildschirme nicht erfolgreich zu kalibrieren und sehen hinterher sehr farbstichig aus.

Das durch die Software erstellte ICC-Profil wird unter Windows XP im Ordner c:\windows/system32/spool/drivers/color mit dem Namen spyder2express abgelegt und automatisch in “Eigenschaften von Anzeige” unter “Erweitert” im Reiter Farbverwaltung als Standard definiert:

Profil

Vorsicht ist bei der Verwendung von Grafikkartenreibern geboten, die auch eine Veränderung der Farb- Helligkeits- Kontrast- und Gammaparametern ermöglichen (z.B. Ati CATALYST(R) Control Center).
Jede Veränderung dieser Einstellungen im Treiber führt sofort zur Deaktivierung des Profils und erst nach dem nächsten Neustart stimmen die Farben wieder!

Um das Profil zur Darstellung in Photoshop zu aktivieren, kann man es unter Ansicht->Proof einrichten->Eigene->Laden->Spyder2express auswählen und anschließend unter Ansicht noch ein Häkchen bei Farb-Proof setzten:

Poposhop

Es ist sogar möglich zwei separate Profile für Zweimonitor-Systeme einzurichten.
Dazu mehr am Ende des Erfahrungsberichts.

Im Lieferumfang befinden sich:

1 Colorimeter incl. USB Kabel und Gegengewicht für LCD Monitore
1 CD mit der Kalibrierungssoftware und den Gerätetreibern
1 CD Adobe Photoshop Album 2.0 Starter Edition

Die Systemanforderungen für den Computer:

Windows 2000/XP und höher, Mac OS X 10.3 oder höher
USB Anschluss
Röhren (CRT)-, Laptop- oder LCD-Bildschirm mit einer Auflösung von mind. 1024 x 768 Pixel.

Fazit:

Der Spyder2express ist ein bezahlbares und einfach zu bedienendes Kalibrierungswerkzeug, das bei Röhren- und LCD Bildschirmen für Ordnung in der Farbdarstellung sorgt.
Wer also seine fotografischen Werke ins rechte Licht setzen will, bekommt mit dem Spyder ein gutes Werkzeug an die Hand.

Anleitung für Zweimonitorsysteme:

Man sollte zunächst mit dem Zweitmonitor starten, auf dem Photoshop später nicht läuft und den Hauptschirm über die Windows Eigenschaften von Anzeige deaktivieren.

Spyder02

Nach erfolgter Kalibrierung muss man nur den Dateinamen im o.g. Windowsordner in Spyder2expressLinks oder Spyder2expressRechts umbenennen, je nachdem wo der Zweitschirm steht.

Danach führt man die Kalibrierung des Hauptschirms durch (Hierzu sollte der Zweitschirm deaktiviert werden).

Im Windows Profilordner befinden sich jetzt zwei Profile: Spyder2express für den Hauptschirm und Spyder2expressLinks/Rechts für den Zweitschirm.

In der Windows Eigenschaften von Anzeige aktiviert man jetzt wieder beide Schirme und ordnet jedem Schirm sein Profil zu. Dazu braucht man nur auf das jeweilige Schirmsymbol zu klicken und dann über die Schalfläche [Erweitert] im Reiter Farbverwaltung das passende Profil über [Hinzufügen] und anschließend [Als Standard] auswählen [übernehmen] .

Nach einem Neustart sieht die Welt auf beiden Schirmen lecker aus!

Nachtrag:

Gelegentlich tritt bei einigen Spyderkalibrierungen ein Fehler auf.

Anders als die Meldung vermuten lässt, handelt es sich nicht um ein Hardwareproblem mit dem Colorimeter oder dem USB Anschluß, mit (OK) gehts weiter und die Kalibrierung kann erfolgreich zu Ende gebracht werden:

spyderbug.jpg

Auf der schweizer Homepage gibt es ein Update auf die aktuelle Software.