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Einfach Fotografieren _ John Hedgecoe

Posted in Rezensionen (Bücher/Software) von Weinlamm am 1. Jun. 2010

Einfach Fotografieren” von John Hedgecoe ist das zweite Werk aus dem Dorling Kindersley Verlag, welches wir Euch präsentieren dürfen. Auch bei ihm handelt es sich um einen Autor, der bereits mehrere Bücher veröffentlicht hat und langjährige Erfahrungen als Fotograf aufweisen kann.

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Im Gegensatz zum ersten Buch “Fotografie” von Tom Ang handelt es sich hier eher um ein Schwergewicht, das zum abendlichen Schmökern einlädt. Auf 288 Seiten im größeren Format ( ca. 23 x 28 cm; also nahezu DIN A 4 ) werden hier verschiedene Fassetten der Fotografie beleuchtet. Insgesamt wird auch hier sehr viel auf visuelle Veranschaulichung Wert gelegt; so sind im gesamten Buch über 800 Fotografien und Beispiele enthalten.

Dieses Buch ist für die UVP von 26,90 € im Buchhandel zu erwerben – und auch hier sei natürlich der Hinweis auf den Amazon-Banner auf unserer Startseite zur Unterstützung des Forums erlaubt. 

Das Buch gliedert sich wie folgt:

Einführung ( Seite 6 )

Die Kamera ( Seite 12 )

Bessere Bilder sehen ( Seite 34 )

Bessere Bilder machen ( Seite 70 )

Menschen ( Seite 72 )

Sillleben ( Seite 138 )

Landschaft ( Seite 154 )

Architektur ( Seite 184 )

Natur ( Seite 206 )

Tiere ( Seite 228 )

Digitale Bildbearbeitung ( Seite 238 )

Verfremdung mit traditionellen Methoden ( Seite 248 )

Eigenes Studio und Heimlabor ( Seite 260 )

Fehlerquellen ( Seite 268 )

Nach der Einführung in dem Kapitel über die Kamera und deren Funktion geht es in dem Kapitel „Bessere Bilder sehen” darum, wie man Motive erkennt und lernt auf persönliche Weise zu interpretieren. Im Speziellen werden hier vielfältige Arten des Lichts dargestellt und deren unterschiedliche Wirkung. Auch unterschiedliche Perspektiven werden erklärt.

Für den absoluten Laien wird die Art des Herrn Hedgecoe der kurz gehaltenen Erläuterung – dafür aber mit aussagekräftigen Bildern – nicht direkt von Anfang an leicht sein. Wenn man sich aber darauf einlässt auch aus den Bildern die Sprache der Fotografie zu erkennen, dann kommt man recht schnell und effektiv zum Ziel. Allerdings handelt es sich bei diesem Kapitel nur um die Grundlagen.

Das größte Kapitel im Buch „Bessere Bilder machen” mit seinen diversen Unterkapiteln bringt einem dann die jeweiligen Details und Feinheiten sehr anschaulich näher.

Als eines der Beispiele sei hier direkt das erste Unterkapitel „Menschen” näher beleuchtet:

Hedgecoe zeigt hier zunächst anhand diverser Studioszenen die Machart formeller Portraits. Natürlich wird  einiges an Equipment eingesetzt, welches der Beginner der Fotografie nicht direkt zu Hause haben wird. Dies ist aber auch der einzige Kritikpunkt, der dem Autor bzw. dem Ersteller des Titels „einfach Fotografieren” vorgeworfen werden kann.

In der Darstellung der diversen Posen und Herangehensweisen ist das Buch an vielen Stellen recht umfangreich.

Dies sieht man auch am Kapitel „Modeaufnahmen“. Hier wird eine spezielle Disziplin der Fotografie angesprochen. Diverse Posen und Variationen dieser samt Wirkung werden hier dargestellt.

Auch immer mal wieder eingestreut wird eine Galerie, in der einfach nur diverse Posen und Umsetzungsvorschläge des Autors dargestellt werden ( im Unterkapitel Menschen anschaulich am Beispiel von Beinen in Strumpfhosen ).

Auch wird am Beispiel eines Bildhauers in seiner Werkstatt der Bereich der Portraitaufnahmen vor Ort dargestellt. Verschiedenste Lichtsetzung und Einbeziehung der Elemente, die man vorfindet.

Der Bereich Portraits / Charakterportraits zeigt dann natürlich einige Beispiele von Persönlichkeiten, die dem ein oder anderen bekannt sein dürften. Bei der Darstellung der diversen Situationen fällt dann auf, dass auch hier diverse Kameras benutzt wurden, die dem Durchschnittsfotografierenden nicht zur Verfügung stehen dürften ( 6×6 bzw. 6×7 Kamera ).

Aber auch hier sollte man sich bewusst machen, dass es in dem Buch nicht um das Darstellen von Vorlagen geht, die man „einfach” 1:1 nachstellt – sondern es soll dargestellt werden, auf welche speziellen Besonderheiten zu achten ist. Gerade im Zeitalter der digitalen Fotografie mit ihren für frühere Verhältnisse unglaublichen Iso-Möglichkeiten sollten die gezeigten Bildern auch mit anderen Möglichkeiten umzusetzen sein.

Auch im Bereich der Portraits gibt es dann wieder eine Galerie samt Darstellung diverser Selbstportraits. Wie zu erkennen ist, ist gelegentlich ein Spritzer Humor der Gestaltung von Posen und Szenen nicht verkehrt.

Ein weiterer Bereich beschäftigt sich kurz mit Aktaufnahmen. Lichtsetzung und Posen in diversen Lagen ( Studio und on Location ) sind hier besonders wichtig.

Mutter und Kind leiten dann weiter zum Unterkapitel der Kinderportraits. Von der Darstellung der Arbeitsweise über diverse Szenen mit lustigen Akzenten und Bewegungsstudien wird auch dieser Bereich recht umfangreich dargestellt.

Als letzter Bereich des Kapitels Menschen wird ein kurzer Einblick in die Sportfotografie gewährt.

Ähnlich umfangreich in ihrer Darstellung werden dann auch die nächsten Kapitel Stillleben, Landschaften, Architektur, Natur und Tiere präsentiert.

Fast schon zum Abschluss des Buches wird noch auf die digitale Bildbearbeitung und deren Möglichkeiten hingewiesen. Wie in vielen anderen Büchern, in denen es hauptsächlich um die Fotografie selbst geht, stellt dies nur ein Randkapitel dar. Wer sich intensiver hiermit beschäftigt, wird sich über kurz oder lang ein spezielles Buch besorgen – allen andern sind zumindest kurz die diversen Möglichkeiten erläutert.

Ebenso kurz sind auch die beiden Kapitel Verfremdung mit traditionellen Methoden und Eigenes Studio und Heimlabor gehalten.

Interessant ist dann noch das Schlusskapitel der Aufnahmefehler. Hier werden zwar zum Teil auch Ausführungen zu analogen Fehlerquellen gemacht – aber dennoch auch anhand von Beispielen viele Fehler dargestellt, die auch in der digitalen Fotografie vorzufinden sind.

Fazit:

Sofern man sich auf die grundsätzliche Intention des Autors „bessere Bilder sehen” bzw. die konsequente Herangehensweise an die Fotografie einlässt, erhält man ein Buch, welches einem vielfältig und in der Tiefe sehr umfangreich Hilfe bei seinen eigenen Projekten leisten kann.

Für den Einsteiger könnte der Titel „einfach Fotografieren” zeigen, dass es sich hier um ein Buch zum Einstieg in die Fotografie handeln könnte. Natürlich ist das Werk auch als konsequente Fortsetzung für den Beginner geeignet – aber als reines Einsteigerbuch weniger zu empfehlen. Andere Hedgcoe-Veröffentlichungen beim DK-Verlag sind unserer Meinung nach für den Einsteiger besser geeignet.

Für alle anderen Leser ist es ein empfehlenswertes Buch für die kommende dunkle Jahreszeit.