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Pixelfixer oder “Das Ende der Hotpixel”

Posted in Coolpix, DSLR, Rezensionen (Bücher/Software), Software von Stefan M am 12. Dez. 2007

Wer kennt das Problem nicht – man nutzt höhere ISO-Zahlen und findet im Bild Hotpixel oder gar Hotstripes, die einem schon mal die Freude am Foto verleiden können. Hinzu kommt, daß durch das zuerst bei der Umwandlung eines NEFs durchgeführte Demoisaicing aus einem einzelnen Hotpixel auf Sensorebene ein mehrpixeliger Haufen greller Störenfriede in der ausgegebenen Bilddatei entsteht.

  pxfx_8.jpg             pxfx_9.jpg

Diesem Übel rückt Pixelfixer erfolgreich und einfach zu Leibe!

Zur Beseitigung der fiesen Störenfriede gibt es drei verschiedene Vorgehensweisen:

1. Die Kamera zu Nikon einschicken und die Hotpixel ausmappen lassen.
Vorteil: Man merkt nichts mehr davon und hat bei der Nachbearbeitung in der Folge keinen Aufwand.
Nachteil: Die Kamera ist wenn alles schnell und problemlos abgewickelt wird incl. Versand sicherlich eine Woche unterwegs, außerhalb der Garantiezeit können zudem Kosten anfallen und es ist nicht sichergestellt, daß mit fortschreitendem Alter nicht neue Pixel hinzukommen, die ein erneutes Einsenden nötig machen.

2. Die Hotpixel mit der Bildbearbeitung entfernen.
Vorteil: Ein Bildbearbeitungsprogramm hat wohl jeder Digitalfotograf installiert und so kann man ohne große Vorbereitungen direkt zur Tat schreiten.
Nachteil: Die Arbeiten sind bei jedem Bild, wo die Hotpixel sich störend bemerkbar machen, erneut durchzuführen. Man kann zwar Makros/Actions dafür programmieren, in Einzelfällen – z.B. wenn der Hotpixel sich auf einer Kante im Motiv befindet - kann man es aber nicht einfach wegstempeln, da muß man dann schon genauer arbeiten.

3. Pixelfixer
Das Programm ist als Freeware auf der  Homepage des  Autors Thomas Comerford erhältlich, mit ca. 300kB angenehm klein und ohne Installation lauffähig. Es bietet sich an, es auf die in der Kamera genutzte Speicherkarte oder einen USB-Stick zu kopieren, so hat man bei Bedarf überall Zugriff.
Vorteil: Durch Angabe einzelner Dateien/Verzeichnisse werden individuell konfigurierbar die Hotpixel schon in der RAW-Datei entfernt. Da dies vor dem Demosaicing geschieht, ist der Interpolationsaufwand sehr gering, weil nur der Hotpixel selber betroffen ist. Pixelfixer unterstützt Profile zahlreicher Kameras und kann im Idealfall für alle im Besitz befindlichen Kameras genutzt werden.
Nachteil: Es muß bei allen neuen Bildern durchgeführt werden, auch wenn der Aufwand sehr gering und die Rechenzeit kurz ist. Wer direkt das vorhandene NEF anstelle einer Kopie bearbeitet, riskiert seine Bilddaten im Falles eines Programmfehlers.

Arbeitsablauf bei der Verwendung von Pixelfixer

Startet man den Pixelfixer, so gelangt man in das unten abgebildete Hauptfenster. Als erstes muß man das Programm mit seiner Kamera bekannt machen. Dazu wird im Menü “Tools” der Punkt “Cameras…” geöffnet.

pxfx_1.jpg

Es öffnet sich der “Cameras” Dialog, in dem man über die Schaltfläche “Add…” eine Bilddatei seiner Kamera öffnet, aus der Pixelfixer dann Marke, Modell und Seriennummer ausliest. An dieser Stelle sind Pixelfixer noch keine Hotpixel bekannt.

pxfx_2.jpg

Im nächsten Schritt wird im Hauptfenster im Menü “File” die Funktion “Find hot pixels…” aufgerufen. Nun muß man im Normalfall den Threshold-Wert, der angibt, ab welcher Helligkeit ein Pixel als Hotpixel erkannt werden soll, so justieren, daß nur die wirklichen Hotpixel und keine hellen Pixel z.B. im Himmel  erkannt werden. An realen Aufnahmen ist das schwierig durchzuführen, hier empfiehlt es sich, eine ISO-Reihe mit Deckel auf dem Objeltiv aufzunehmen, da die Hotpixel in der ansonsten schwarzen Bilddatei sehr leicht zu lokalisieren sind. Betrachtet man mehrere verschiedene ISO-Aufnahmen getrennt, fragt Pixelfixer bei Bestätigung des Dialogs mit OK, ob die verschiedenen Ergebnisse zusammengeführt werden sollen. Das Bild unten zeigt den einen (roten) Hotpixel mit Koordinaten und Helligkeitswert, der in dem Beispiel bei ISO 800 auftritt. In der Matrix rechts kann man die Helligkeitswerte der umliegenden Pixel erkennen.

pxfx_3.jpg

Nach einem weiteren Durchlauf an einem ISO 1600 Bild fand Pixelfixer einen zusätzlichen (blauen) Hotpixel und hat beide der Kamera zugeordnet. Ruft man über das Menü “Tools” den Punkt “Cameras…” erneut auf, wählt dort die Kamera aus und ruft die Funktion “Edit…” im Dialogfenster rechts auf, so öffnet sich eine Liste der erkannten Hotpixel.

pxfx_4.jpg

Hier kann man jeden einzeln Hotpixel auswählen und individuell konfigurieren, wie er zu behandeln ist. Mögliche Einstellungen zur Steuerung des Eingriffs sind…

…immer oder nur, wenn die Rauschreduzierung aktiviert ist,
…ab einem bestimmten Helligkeitswert,
…ab einer bestimmten Verschlußzeit,
…ab einem bestimmten ISO-Wert,
…ab einem bestimmten Dazum bzw. Auslöseanzahl und
…vor einem bestimmten Datum bzw. Auslöseanzahl

pxfx_5.jpg

Auf diese Art und Weise läßt sich Pixelfixer an alle erdenklichen Randbedingungen anpassen. Zum Schluß startet man die Entfernung der Hotpixel im Hauptfenster und entscheidet dabei, ob die Änderungen die Originaldatei überschreiben sollen, unter neuem Namen abgespeichert werden und/oder die Originaldatei gelöscht werden soll.

 pxfx_6.jpg

Bei einem Testlauf mit 292 (3,51 GB) verlustfrei komprimierten NEFs aus der D300 dauerte der Vorgang 01:40 Minuten, wobei ca. 1/3 der Dateien die Randbedingungen zum Eingriff von Pixelfixer erfüllten.

Zusätzliche Features

Pixelfixer hat im unteren Drittel des Hauptfensters darüber hinaus noch drei kleine zusätzliche Helferlein an Board, die recht praktisch sind.

  • Es kann aus den RAW-Files (NEF bei Nikon) die eingebetteten JPGs extrahieren, sodaß man auch ohne NEF+JPG eingestellt zu haben ohne schnell ohne Konverter wie z.B. Nikon Capture NX ein JPG erhält
  • Während der Hotpixelentfernung kann Pixelfixer die NEF- und/oder JPG-Dateien umbenennen und spart so bei Bedarf einen Arbeitsgang
  • Bei Kameras, die die Gesamtanzahl der Auslösungen speichern, kann Pixelfixer diese auslesen

Fazit

Wer seine Hotpixel möglichst einfach und ohne Einsenden der Kamera zum Nikon Service loswerden möchte findet in Pixelfixer ein kostenloses Helferchen, an dem in der ersten Anwendungen keine Haken oder Ösen zu finden waren. Einzig die Tatsache, daß Pixelfixer jedes Mal, wenn man unter hotpixelfördernden Randbedingungen fotografiert, gestartet werden muß, wäre ein prinzipbedingter Nachteil. Da die Korrektur jedoch auf einem Core2Duo mit 2,4 GHz recht zügig abläuft (die Anwendung unterstützt Mehrkernsysteme), läßt sich das leicht verschmerzen.

Anmerkungen:
In diesem Thread wird das Programm im Forum diskutiert.
Homepage, Anleitung, Download und FAQ von Pixelfixer.