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ExpoDisc – Weissabgleich Filter

Posted in Technik von Reiner am 25. Mrz. 2007

Wer kennt das nicht… Die Fotos aus der Kneipe, die Bilder aus dem “Halogenlampen-Heimstudio”, oder die Aquarium-Aufnahmen aus dem Zoo sind farblich komplett falsch. Der nachträgliche Weißabgleich führt erstmal zu Bildfehlern und damit landen viele der Aufnahmen anschließend direkt im Papierkorb.
Ein korrekter Weißabgleich und die richtige Belichtung sind ein wichtiger Ausgangspunkt für ansprechende Bilder. Mittlerweile gibt es einige Produkte im Handel, welche diese Ziele auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen.

Seit einiger Zeit ist die Firma Kocktrade mit ihrem ExpoDisc Weißabgleichfilter am Markt und hat uns freundlicherweise ein Exemplar “Neutral” zur Verfügung gestellt.

Wir haben den Filter im praktischen Einsatz getestet und werden im Folgenden die Vor- und Nachteile unserer Erfahrungen berichten.

Lieferumfang:

Der ExpoDisc Filter wird in einer aufwendigen Verpackung mit folgendem Inhalt geliefert:

  • ExpoDisc
  • Tragekordel mit Schnellkupplung
  • Gürteltasche mit zwei Fächern
  • Produkt-CD
  • Quick-Start Anleitung (engl.)
  • Anleitung (deutsch)
  • individuelle “Quality Control Card”

Mit der Tragekordel kann der ExpoDisc bequem um den Hals getragen und Dank des Schnellverschlusses einfach abgenommen werden. Je nach Vorliebe oder Bedarf kann er auch in der mitgelieferten Gürteltasche verstaut werden, welche ein zweites Fach für einen weiteren Filter bietet. Leider lösen sich bei der filzähnlichen Innenbeschichtung der Tasche permanent kleine Fasern, welche sich dann bevorzugt auf der weißen Innenseite des Filters ablagern. Das stört in keinster Weise das Ergebnis, aber es sind unnötige Partikel, welche man auf den Frontbereich seiner Objektive “loslässt”.

Auf der beiliegenden CD sind Produktvideos, eine ausführliche Bedienungsanleitung, sowie Hersteller- bzw. Kameraspezifische Vorgehensweisen für die korrekte Anwendung des Filters, enthalten.
expodisc_1.jpg

Der ExpoDisc Filter selbst besteht aus einer Metallfassung, in welcher die Filterscheiben eingelegt und fixiert sind. Er kann, mittels dreier gefederter Kugeln, schnell im Front- gewinde des Objektives befestigt werden. Die Verarbeitung macht einen sehr hochwertigen Eindruck.
expodisc_4.jpg

Der Einsatz:

Hier nun alle möglichen Einsatzvarianten des Filters zu beschreiben wäre zuviel des Guten. Die mitgelieferten Anleitungen zeigen ausführlich alle möglichen Varianten der WA-Messungen in verschiedenen Situationen auf. Wir haben den Filter im Fotostudio, Outdoor und im Innenbereich (Terrarien) getestet. Hierbei konnten wir durchweg sehr gute Ergebnisse erzielen.

  • Im Portrait-Bereich waren die Ergebnisse tlw. etwas kühl, was daran liegt, daß wir die “Neutral” Version des Filters getestet haben. Für Portrait gibt es einen extra ExpoDisc-Filter mit wärmerer Abstimmung, oder man folgt der Herstellerempfehlung und setzt einen “82er” Filter vor den neutralen ExpoDisc, was im Ergebnis nach dem Weißabgleich ebenfalls wärmere Ergebnisse bringt. Hier wird, je nach Situation und Aufbau, die WA-Messung in Richtung Motiv, oder in Richtung Blitzanlage vorgenommen.
  • Im Bereich der Terrarien- bzw. Aquarienfotografie, bei der man i.d.R. keine Messung des Weißabgleiches vornehmen kann (Wer traut sich schon, einer Hornviper die Whibal Karte vor die Nase zu halten…), konnten gute Ergebnisse, mindestens aber sehr gute Näherungen an den korrekten WA erzielt werden, welche in der Nachbearbeitung nur noch geringe Korrekturen erfordern und damit bestmögliche Qualität erm�glichen. Hier führt man den manuellen Weißabgleich mit der Kamera und angesetztem Filter in Richtung der Hauptlichtquelle aus.
  • Mischlichtsituationen sind mit dem Filter ebenfalls recht gut in den Griff zu bekommen. Die optischen Gesetze werden hierbei natürlich nicht aufgehoben, aber man hat je nach Situation die Möglichkeit den Weißabgleich auf das Mischlicht, oder die dominante Lichtquelle zu setzen und damit die gewünschten Vorraussetzungen für die spätere Nachbearbeitung zu liefern.
    Grundsätzlich ist zu sagen, daß man mit dem Filter die Möglichkeiten des Weißabgleichs jeder Digitalkamera deutlich erweitert, egal ob sie nun einen Ambientesensor (D2-Serie) integriert hat oder nicht.
    Bei Kameras ohne Ambientesensor erhält man dessen Funktionalität und die Empfindlichkeit im Bezug auf die vorhanden Lichtmenge ist hierbei deutlich grösser, als die des Ambientesensors der D2-Serie. Im Versuch konnten Weißabgleichsmessungen durchgeführt werden, die mehrere Sekunden lang dauerten. In diesen Situationen verweigert der Ambientesensor der D2-Serie schon l�ngst seinen Dienst. Dies dürfte für available Light Fotografen ein interessantes Feature sein.Eine weitere Funktion des ExpoDisc besteht darin, eine manuelle Belichtungsmessung durchzuführen, da seine Lichtdurchlässigkeit auf 18% neutral Grau konstruiert wurde.

    Fazit:
    Wir halten den ExpoDisc Filter für empfehlenswert! Er ist sehr flexibel einsetzbar und brachte in unseren Tests sehr gute Ergebnisse.
    Preislich ist er ganz klar am oberen Ende des Weißabgleich-Zubehörs angesiedelt (Von Farbtemperaturmessgeräten abgesehen), bietet dafür aber Möglichkeiten, welche andere Systeme in dieser Form nicht bieten (Beispiel: Terrarien).
    Empfohlen wird, den Filter in einer Grösse zu wählen, welche das “anklipsen” an die grösseren Objektivdurchmesser (meist 77mm) ermöglicht. Vor kleinere Objektive kann der Filter für die Zeit der Mesung auch von Hand gehalten werden.

    Die Tests wurden durchgeführt von: Holger W. (donholg) und Reiner K. (Reiner)