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Faszination Fotografie – Meisterschule

Posted in Rezensionen (Bücher/Software) von Weinlamm am 9. Apr. 2014

Vom Franzis-Verlag ist uns freundlicherweise das Buch „Faszination Fotografie – Meisterschule“ überlassen worden.

Meister

Meister

Das Buch stammt von den beiden Autoren Reinhard Wagner und  Klaus Kindermann und lässt bereits durch seinen Titel und die Aufmachung einiges erwarten.
Es ist über den Fanzis-Verlag als Download-Version (ISBN: 978-3-645-20250-3) oder als Hardcover-Version (ISBN: 978-3-645-60250-1) erhältlich. Selbstverständlich kann man es auch über die einschlägigen Internetshops oder im Buchhandel vor Ort erwerben.

Erster Eindruck:

Auch der haptische Eindruck ist sehr gut. Man erhält ein Buch, welches sehr wertig und griffig verarbeitet ist. Beim ersten Durchblättern verstärkt sich dieser Eindruck; man erkennt direkt, dass sehr viele Farbfotos enthalten sind, bei denen auch die Druckqualität stimmt und man freut sich direkt darauf, die 439 Seiten des Buchs in Angriff zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis:

  • Kameratechnik wirklich verstehen: Sensor, Belichtungssystem, Autofokus, Bildstabilisator (Seite 16-57)
  • Objektivtechnik und Objektivtypen: Blende, Berechnen der Systemauflösung, Beurteilung der Objektivauflösung, Datenqualität, Abbildungsfehler und Ursachen, Herstellerspezifische Fokusantriebe, Brennweite festlegen und berechnen, Standardzoom, Telezoom & Co. (Seite 58-93)
  • Licht, Farbe und Filter: Lichtwerte bestimmen, Farbtemperatur messen, Weißabgleich, Grundlegendes Farbmanagement, Farben sicher beurteilen, Filter in der Digitalfotografie (Seite 94-121)
  • Bildaufbau: Bildein- und ausgang, Bildzentrum, Rule of Thirds, Goldener Schnitt, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Aufstieg und Abstieg, Die Diagonale, Brechen Sie die Regeln, Schärfe und Unschärfe (Seite 122-141)
  • Fotografieren wie die Profis: Architektur, Landschaft und Natur, Menschen vor der Kamera, Reportage und Street, Sport und Action, Schwierige Lichtsituationen, Spielereien mit Licht (Seite 142-285)
  • Blitzgeräte und Blitztechnik: Blitzstärke und Leitzahl, Blitzen mit Bouncer, Blitzen mit Diffusoren, Stroboskopblitzen, Slowblitz, Akkus und Ladegeräte, Ring- und Zangenblitze, Alte Elektronikblitze, Blitzen im RC-Modus, Blitzanlagen für Studios, Die Baustrahlermethode, Lichtformer (Seite 286-313)
  • HDR-Fotografie: Das HDR-Missverständnis, HDR ist pure Mathematik, Bildformate, Bits und Bytes, Die Gammakorrektur, Das Tone Mapping, HDRs fotografieren, Belichtungszeit einstellen, Ein gutes Stativ ist Pflicht, Vorsicht Falle: der Autofokus, Belichtungsreihen, Belichtungsreihen aus der Hand, Software für den HDR-Workflow, Das erste HDR, Raw oder Jpeg?, Pseudo-HDR, HDR-Technik in der Praxis, HDR-Innenraumaufnahmen, HDR-Nachtaufnahmen, HDR-Personenaufnahmen, HDR Panoramen, Einfache 180-Grad Panoramen, Multi-Row-Panoramen, HDR-Nachbearbeitung mit Photoshop (Seite 314-383)
  • Ausrüstung und Kamerapflege: Stativ, Stativköpfe, Multi-Row-fähige Nodalpunktadapter, Makroschlitten, Fernauslöser, Ferngesteuerte Blitzauslöser, Winkelsucher und Wasserwaage, Speicherkarten, Geeignete Kameragurte, Akkus und Ladegeräte, Batteriehandgriffe, Netzadapter, Klimatische Extreme, Unterwassergehäuse, Kleine nützliche Dinge, Kamerapflege (Seite 384-409)
  • Testverfahren und Berechnungstabellen: Testverfahren, Berechnungstabellen, Rechtliches (Seite 410-429)

Inhalt:

Das Buch ist lt. Franzis-Internetseite und diverser anderer Quellen im Internet (u.a. verzeichnet im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek) im Jahr 2013 erschienen. Im Buch geben die Autoren November 2010 an. Offensichtlich ist das Buch in diesem Jahr (auch mit anderem Cover und vom Inhaltsverzeichnis her) leicht abgewandelt erschienen.

Eine erste umfangreichere Leseprobe kann man im entsprechenden Bereich auf der Homepage des Franzis-Verlags herunterladen bzw. ansehen. In der Leseprobe ist das vollständige Inhaltsverzeichnis des Buches enthalten.

Das Buch stellt sich aus Sicht der Autoren als eine „Schritt für Schritt“-Anleitung von der Motivauswahl zum professionellen Bildaufbau dar und gewähre einen tiefen Einblick in die Trickkiste der Profis. Wer wirklich beeindruckende Bilder schießen wolle, müsse sich mit seinem Motiv auseinandersetzen. Und auf diesem Weg begleite die „Meisterschule“ den Leser.

Was man nach dem ersten Studieren des Inhaltsverzeichnisses feststellt ist, dass das Buch sich sehr ausführlich mit technischen Dingen des Fotografierens und nicht so sehr mit den gestalterischen Aspekten auseinander setzt. Dies geschieht nur in Kapitel 4 (Der Bildaufbau) und Kapitel 5 (Fotografieren wie die Profis). Allerdings muss man fairerweise sagen, dass diese beiden Kapitel fast die Hälfte des Buches ausmachen.

Dieser Aufbau wird von den Autoren begründet. So sei das Verständnis für den Weg des Lichts, also das Zusammenspiel zwischen Kamera und Objektiv, viel entscheidender als die oft unzähligen Einstellmöglichkeiten der Kamera selbst. Man müsse also die Kamera bzw. die Technik hinter dieser erst einmal verstehen, bevor man sich in weiteren Teilen des Buches der Umsetzung in der Praxis und dem Erfahrungsschatz der Autoren widmen könne und dann auch die Entwicklung und die Schärfung des fotografischen Blicks angehe.

Für den technisch interessierten, und noch nicht zu sehr vorgebildeten Leser ist dieser Aufbau mit Sicherheit sehr hilfreich.
Der fotografisch versierte Leser wird sich vermutlich direkt auf die Kapital 4 und 5 stürzen. Auch wenn einige der Angaben, Tabellen und Übersichten in den übrigen Kapiteln im Laufe des Fotografen-Daseins ihre Berechtigung haben und man eines Tages hierauf zurückgreifen kann.

Gerade in Kapitel 5 werden für verschiedene Arten der Fotografie sehr gute und zum Teil sehr effektive Tipps zur eigentlich Umsetzung des Fotografierens gegeben.

So ist in diesen Kapiteln des Buchs für jeden Fotografen etwas dabei, wo er sich angesprochen fühlt und für seinen Fotografiebereich dazulernen kann. Aber auch in den anderen, eher technisch basierten, Bereichen laufen einem immer wieder Daten und Fakten über den Weg, die einen entweder schon mal interessiert haben oder die man ggf. im Laufe seines Fotografenlebens noch gebrauchen kann.

Fazit:

Insgesamt ein gelungenes Buch, auch wenn es meines Erachtens durch seinen Titel einiges mehr hat erwarten lassen. Dafür ist die Titulierung mit „Meisterschule“ – bei der aus meiner Sicht technische Fähigkeiten vorauszusetzen wären, sehr abgehoben.
Der Leser bekommt auf der einen Seite viele technische Hinweise und auf der anderen Seite mit 431 Bildern sehr viele praktische Beispiele, die dem Anfänger sehr anschaulich die Probleme des Fotografierens und deren Lösungsansätze vorführen.

Meine persönliche Erwartung, durch Ratschläge und Hinweise eher in Bereichen Gestaltung und Bildaufbau noch dazu lernen zu können, kam etwas zu kurz. Das mag mancher Leser für sich anders bewerten.
Gerade für Einsteiger mit dem Anspruch bzw. Ehrgeiz, bessere Fotos machen zu können, finde ich das Buch sehr empfehlenswert. Diese Leser werden in jedem Fall in der großen Bandbreite der Themen fündig, auch wenn für das ein oder andere Kapitel vielleicht noch die fotografische Erfahrung fehlt. Ein Buch mit dem man „wachsen“ kann.